Themenreihe „Digitale Vernetzung der Wandelbewegung“

„Facebook, Twitter und Co.? Damit wollen wir nix zu tun haben, wir programmieren das einfach selbst!“ – sagen viele Initiativen mit dem Wunsch nach mehr Vernetzung und scheitern.

Doch es gibt bereits zahlreiche, unabhängige soziale Netzwerke, die erfolgreich eine Community geschaffen haben. Wir werden diese in der Themenreihe „Digitale Vernetzung der Wandelbewegung“ einzeln vorstellen.

In den letzten Jahren sind etliche Initiativen entstanden, die Community-Plattformen für die „Wandelbewegung“ ins Leben gerufen haben, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen AkteurInnen zu verbessern. Mit AkteurInnen sind Menschen und Initiativen gemeint, die mit ihrem Engagement einen öko-sozialen Wandel hin zu einer enkeltauglichen, postfossilen Gesellschaft ermöglichen wollen.

Wir möchten die Vorzüge dieser Akteure, aber auch ihre Nachteile klar beleuchten und sichtbar machen – zur allgemeinen Orientierung für die Öffentlichkeit. Einige dieser Plattformen haben einen klaren thematischen Schwerpunkt. Um potenziellen NutzerInnen die Auswahl zu erleichtern, berichten wir im Detail von den Funktionen, Besonderheiten, der Intention, der Historie, dem technologischen Hintergrund, der Zielgruppe und den MacherInnen.

Schnell verliert man den Überblick, welche Plattform nun für die eigenen Absichten am besten geeignet ist. Daher versuchen wir Empfehlungen zu geben, welche Plattform sich für welche Zielgruppe / welche Initiativen am ehesten eignen könnte, denn jede Organisation braucht ihre spezifische Lösung. Gleichzeitig sind wir um Neutralität bemüht, denn wir möchten, dass die AkteurInnen bei der Auswahl einer geeigneten Plattform selbst für sich entscheiden.

Warum machen wir das?

Bei unserer Recherche sind uns thematische und technische Überschneidungen aufgefallen. Darin liegen Chancen für Synergien – sei es auf der technischen, organisatorischen oder persönlichen Ebene.

Was uns auch aufgefallen ist: Immer wieder starten neue Initiativen und investieren viel Energie in Recherche und Software-Entwicklung. Einige Initiativen sind auch gescheitert – earthbook, die fairnetzten, die informisten, jappix.org etc. Dieses Schicksal möchten wir euch ersparen. Wir wollen euch, so gut es geht, unterstützen und aufzeigen, wie ihr voneinander profitieren könnt. Vielleicht ergibt es Sinn, an bestehende Lösungen anzudocken.

Wie werden wir davon berichten?

Wir werden wöchentlich jeweils ein Portrait schreiben und in unserem Blog veröffentlichen.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, folge uns auf Facebook, abonniere unseren Newsletter und schau regelmäßig auf unsere Internetseite.

Vielleicht hast du bereits Recherchen gemacht und hast Lust, einen Gastbeitrag zu schreiben oder kannst Kontakt zu einigen Initiativen herstellen. Schick uns gerne eine kurze Nachricht über unser Kontaktformular. Danke für deine Unterstützung!

Logos von verschiedenen sozialen Netzwerken - Instagram, Facebook, Twitter, etc.
(c) Tanja Cappell – flickr.com

Welche Plattformen und Initiativen zur Vernetzung stellen wir vor?

Folgende Plattformen werden wir in den nächsten Blog-Beiträgen näher porträtieren:

  • „The Federation“ – Zusammenschluss von Plattformen, die das Dispora-Protokoll sprechen können (Hubzilla, Friendica, Diaspora, Socialhome, etc.)
  • WECHANGE – Online-Kollaborationsplattform für Projektentwicklung im öko-sozialen Wandel, soziales Netzwerk, Beratung, genossenschaftlich organisiert
  • Humhub – open source soziales Netzwerk
  • Human Connection – soziales Wissens- und Aktionsnetzwerk für den Wandel, im Aufbau
  • Goodconnection – soziales Netzwerk, das die Hälfte seiner Gewinne an gemeinnützige Organisationen spendet
  • Drupal / Open Atrium – Plugin für eine soziales Netzwerk und Kollaboration, zum Einsatz auf der eigenen Internetseite
  • WordPress / Buddypress – Plugin für ein soziales Netzwerk, zum Einsatz auf der eigenen WordPress-Internetseite
  • Crabgrass – soziales Netzwerk, Kollaborations- und Organisationstool
  • freisein.de – das „bessere soziale Netzwerk“, das Datenschutz ernst nimmt
  • Identi.ca bzw. Pull.io – die dezentrale Alternative zu Twitter
  • GNU Social bzw. StatusNet – dezentrales soziales Netzwerk

Darüber hinaus gibt es einige Initiativen, die diese Technologien einsetzen und die gerade daran sind, eine Auswahl zu treffen oder eigene Lösungen zu entwickeln. Mit einigen von diesen haben wir bereits Kontakt:

Sollten wir in unserer Aufstellung ein wichtiges Tool oder eine wichtige Gruppe vergessen haben, so teilt uns dies bitte mit!

„Es gibt aber so viele weitere tolle Seiten. Warum stellt ihr die nicht auch vor?“

Neben dem Thema „Digitale Vernetzung“ haben wir noch zahlreiche andere Themen im Fokus:

  • kostenlose Onlinetools (Video-Calls, Mumble, Chats, Etherpad, etc.)
  • Mapping-Initiativen / Kartendienste
  • digitale Infrastruktur (Blockchain, digitale Währungen, etc.)
  • Dialogplattformen zu bestimmten Themen (D2030, Nexthamburg, etc.)
  • u.v.m.

Diese bearbeiten wir dann in weiteren Reihen. Unser thematischer Fokus für diese Reihe ist zunächst die digitale Vernetzung.

Fandest du diesen Artikel spannend?

Vielleicht gefallen dir diese ähnlichen Artikel:

4 Antworten auf „Themenreihe „Digitale Vernetzung der Wandelbewegung““

  1. In eurer Liste fehlt aus meiner Sicht ein wichtiges Angebot, das bereits von zahlreichen Initiativen im Nachhaltigkeitsbereich genutzt wird. Die Fairkom Gesellschaft hostet bereits seit ca. 10 Jahren E-mail & Clouddienste und hat dies durch das Entwicklungprojekt Fairlogin im vergangenen Jahr nochmal ausgebaut. Nun können mit Fairlogin als Single-Sign-On Lösung die verschiedensten Angebote genutzt werden:
    – Fairchat.net Chatservice für Teams und Gruppen, ähnlich wie Slack
    – Groupoffice mit e-mail, Kalender+Kontakte mit Sync aufs Smartphone
    -Owncloud File Sync
    -Gitlab Projekttool für mehr als nur Softwareentwicklung
    -fairchat.net/meet für Videokonferenzen
    – Board.net Ein einfaches Pad ohne login

  2. Hi Eric, danke für deine Ergänzungen!
    In unserer Themenreihe widmen wir uns zunächst dem Bereich „Digitale Vernetzung“, also Plattformen / Social Media / etc.
    Das Thema „gemeinwohl-orientierte digitale Dienste / Tools / Services“ möchten wir uns für später aufheben, ist aber geplant 🙂

    Fairkom ist auf jeden Fall einen Bericht wert. Würdest du dann ggf. für ein Interview zur Verfügung stehen?

  3. Es gibt viele Alternativen, aber ich sehe noch keinen neuen Stern am Himmel. Dazu würde auch ein gutes Branding gehören, wo man nicht immer raten muss worum es eigentlich geht, wenn man von dem Dienst hört.

    Kandidaten wären noch

    + matrix.org
    + mastodon.social
    + Rocket.Chat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*