Mutterschiff ahoi! Unterstützung für Wandel-Initiativen

Welche Initiative kennt das nicht? Man will konzentriert „für die gute Sache“ arbeiten und muss sich durch einen administrativen Dschungel schlagen. Spenden erhalten? Dafür braucht man eine Gemeinnützigkeit. Einen Verein gründen? Viel Arbeit und zusätzliche Orga. Mit einem neuen Service bieten wir nun ein Starterpaket für Initiativen, die am sozial-ökologischen Wandel arbeiten, aber keine eigene Rechtsform haben.

Warum ein „Mutterschiff“?

Bei unserer Tätigkeit der aktiven Synergiesuche zwischen den AkteurInnen des öko-sozialen Wandels sind wir auf einen Sachverhalt aufmerksam geworden:   Viele Initiativen operieren ohne eigene Rechtsform und haben daher Schwierigkeiten, Fördergelder und Spenden zu akquirieren.

Da wir neben der moderierenden auch eine strukturierende Rolle für die deutschsprachige Wandelbewegung einnehmen wollen, haben wir das Konzept des „Mutterschiff“ erarbeitet und sind gerade dabei, dieses mit zwei Initiativen umzusetzen.

Derzeitige Initiativen des Mutterschiffs

Connected Awareness hat zur Mission, das Bewusstsein und die Vision weltweit aller Wandel-Organisationen zusammenzutragen und zu einem gemeinsamen Ganzen zu formen. Es geht dabei sozusagen um das gemeinsame Narrativ der Wandelbewegung. Weltweit sind bereits viele Menschen und Initiativen damit beschäftigt, unsere Welt enkeltauglich zu gestalten. Seien es die HerstellerInnen von Solarzellen, Kulturschaffende, Gemeinwohl-Ökonomen, Bio-LandwirtInnen oder die klassischen NGOs wie Greenpeace und Co. – sie alle verbindet etwas. Doch was genau? Dieses gemeinsame Bewusstsein will Connected Awareness verschriftlichen, um so die gemeinsame Vision zu schärfen.

Sobald die ersten Organisationen daran mitgestalten und sich das gemeinsame Bewusstsein mit der Zeit festigt, können sie und andere Organisationen in der Welt beginnen, ihre Handlungen daran auszurichten, ohne dafür verstärkt in Kommunikation treten zu müssen.

Fotos der Aktiven bei Connected Awareness
(c) Connected Awareness

Bühnenzauber ist eine Initiative ganz anderen Inhalts. Hier geht es um Theater. Und um die grundlegende Erkenntnis „Jeder kann Theater spielen!“. Die Stücke werden individuell und unter Einbezug der DarstellerInnen entwickelt. Auch ohne Vorerfahrung können die TeilnehmerInnen z. B. an Schulen oder in Firmen so positive Gruppenerfahrungen sammeln und Selbstwirksamkeit und Mitgefühl stärken. Dieses resoniert bei allen Beteiligten besonders durch die Kooperationen von Bühnenzauber mit den Theaterhäusern der Stadt Leipzig. Jedes Projekt wird zu einer öffentlichen Aufführung an einem Spielort unter professionellen Theaterbedingungen gebracht. Neben dem verbesserten Klima untereinander werden auch Kompetenzen im künstlerischen, sozialen, personalen und Handlungs-, Lern- und Leistungsbereich gefördert. Dies ist ein wertvoller Beitrag für soziale und kulturelle Nachhaltigkeit.

Mitglieder von Bühnenzauber - Karl Eckart Stephan, Monique Heße und Carolin Senftleben v.l.n.r.
(c) Bühnenzauber

Wie unterstützt green net project diese Initiativen?

Hinter dem green net project steht der Trägerverein „Freie Kommunikation und nachhaltiger Lebensstil e.V.“ (frekonale). Dieser ist als gemeinnützig anerkannt und dazu berechtigt, Spenden anzunehmen und darüber Belege auszustellen.

Folgende Dienste können die Initiativen aktuell nutzen:

  • Einrichtung von Spenden- und Geschäftskonto
  • Buchhaltung
  • Mitgliederverwaltung
  • Personalverwaltung – Management von sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen (in Arbeit)
  • Versicherungsschutz (in Arbeit)

Das Projekt ist gerade noch im Entstehen begriffen und ist daher auch noch recht frei und offen für alle Interessierten gestaltbar. Wir sind insbesondere Connected Awareness dankbar dafür, grundlegende Prozesse gemeinsam konzipiert und ins Rollen gebracht zu haben.

Welche Voraussetzungen müssen die Initiativen dafür erfüllen?

Die Initiativen müssen grundlegend mit den Zielen des Vereins harmonieren. In der Satzung des Vereins sind diese Ziele und Maßnahmen klar formuliert. Wenn die Initiativen einen oder mehrere Tätigkeitsbereiche aus der Satzung erfüllen, ist eine „Nutzung des Mutterschiffs“ möglich.

Weiterhin empfiehlt es sich, dass möglichst viele Mitwirkende der Initiativen auch Vereinsmitglieder werden und einen frei gewählten Mitgliedsbeitrag zahlen.

Im Falle größerer Spendenaktionen wünschen wir uns eine finanzielle Beteiligung an unseren Aufwänden für unsere Infrastruktur. Wie hoch diese ausfällt, ist für jede Initiative einzeln zu klären.

Was hat das green net project davon?

Zunächst einmal haben wir die Möglichkeit, unserer Rolle der strukturellen Unterstützung der Wandelbewegung gerecht zu werden. Darüber hinaus freuen wir uns darüber, begeisterten AkteurInnen ein Stück Sicherheit geben zu können und somit eine Nachhaltigkeit ihres Handelns zu gewährleisten.

Und über die Initiativen selbst erreichen wir eine größere Öffentlichkeit. Es ist somit eine Situation, von der die Bewegung an sich profitiert.

Motherboard oder Mutterschiff?

Bislang haben wir unseren Service noch nicht offiziell unter dem einen oder anderen Namen beworben. Welchen Namen hältst du für geeignet – „Motherboard“, „Mutterschiff“ oder gar ein ganz anderer Name?

Du bist eingeladen, diesen Beitrag zu kommentieren und uns so in der Namensfindung zu unterstützen.

Du möchtest den Dienst nutzen?

Nimm Kontakt zu uns auf, falls auch du in einer Initiative tätig bist, die vom Mutterschiff profitieren möchte.

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7 Antworten auf „Mutterschiff ahoi! Unterstützung für Wandel-Initiativen“

  1. Das Konzept gibt es beispielsweise auch in der Open Source Welt:

    https://techcultivation.org/

    Zusätzlich finde ich die Idee reizvoll, ein Netzwerk von Vereinen oder ähnlichen Institutionen aufzubauen, die diese Art von „Dach“ lokal anbieten. In einigen Städten kenne ich solche Vereine.

    1. Super Tipp! Andreas hat gerade eine Weile mit einer Berliner Ansprechpartnerin von Techcultivation telefoniert. Bleiben auf jeden Fall in Kontakt und werden die Infos über dieses Projekt innerhalb unseres Netzwerks streuen. Tausend Dank!

  2. ich wünsche euch/uns viel Erfolg auf dem weiteren eingeschlagenen weg.
    eure Philosophie und deren Umsetzung gefällt mir sehr gut.
    wir sind eine Berliner „Pioneers of change“- Gruppe die sich u.a. mit der Wohnungsproblematik beschäftigt: http://mietenwahnsinn.info
    unser konkretes Projekt nennt sich „… am ende der strasse steht ein haus am meer“- ein Freizeit- und Seminarhausprojekt, das sich u.a. der Vernetzung von Community-Projekten und der Gemeinwohl-Ökonomie widmet: http://artlantica.ning.com;
    des weiteren beschäftigen wir uns mit den vom Aussterben bedrohte Dörfer in Brandenburg:
    http://arttists-villages.blogspot.com
    ihr seht, es gibt eine Menge zu tun.
    ich bin sehr gespannt darauf zu erfahren, inwieweit wir hier uns gegenseitig unterstützen können. Viele Grüße, Jürgen

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